Workshops nachmittags
Freitag, 16. April
Kategorie 3
- 3.1 "Denn sie wissen nicht, was sie wollen ..." – Entwicklung von Selbst- und Fremdverantwortung in Beratung und Behandlung
- 3.2 Teilhabe im Internet
- 3.3 Mitarbeitende in der Pflege – Teilhabe aus der Sicht von Bildungsprozessen?
- 3.4 Familien helfen Familien – ehrenamtliches Engagement in Bad Arolsen
Kategorie 4
- 4.1 Sozialstaat Deutschland – ein Biotop für Tafelläden?
- 4.2 Teilhabe durch Engagement
- 4.3 Selbstkontrolle und Frühintervention in der Suchthilfe – SKOLL Bundesmodellprojekt 2009 - 2011
Workshop 3.1 "Denn sie wissen nicht, was sie wollen ..." – Entwicklung von Selbst- und Fremdverantwortung in Beratung und Behandlung
Die Förderung und Verwirklichung selbstbestimmter Teilhabe stellt besondere Anforderungen an die Arbeit mit Menschen, die in der Wahrnehmung ihrer Selbstverantwortung und in der Formulierung eigener Wünsche und Ziele eingeschränkt sind.
In dem Workshop werden Fragen an die Gestaltung helfender Beziehungen herausgearbeitet, die sich in der Arbeit mit "Menschen am Rande" mit besonderer Brisanz stellen:
- Umgang mit der Dynamik von Macht und Hilfebedarf in der Klient-Berater-Beziehung;
- Vertrauen in die Möglichkeiten der Klienten und realistische Einschätzung ihrer vorhandenen Fähigkeiten;
- notwendige Übernahme von Verantwortung für Klienten ohne Entmündigung;
- Wahrnehmung der Prozess-Verantwortung, wenn dritte Personen (Angehörige) durch das Verhalten der Klienten geschädigt werden.
Die genannten Spannungsfelder und Ansätze der Intervention werden in einem Input am Beispiel der sozial-therapeutischen Arbeit mit suchtkranken Menschen dargestellt. Aufgrund der allgemeinen Bedeutung der skizzierten Fragen und Handlungsansätze sollen in der Diskussion auch Themenaspekte anderer Arbeitsfelder aufgegriffen werden.
Referent:
- Wolfgang Scheiblich , Dipl. Sozialarbeiter, Dipl. Theologe, Geschäftsführer des Verbandes für soziale Dienste in Deutschland (SKM) Köln e.V.
Moderation:
- Renate Walter-Hamann, Leiterin des Referates Basisdienste und Besondere Lebenslagen, DCV
Workshop 3.2 Teilhabe im Internet
Am Beispiel der Caritas-Kampagne "Soziale Manieren für eine bessere Gesellschaft" wurden im Workshop folgende Themen behandelt:
- Welche neuen Möglichkeiten der Teilhabe bieten sich durch Social Media?
- Chancen und Grenzen der neuen Internet-Technologien für die Caritas
Der Deutsche Caritasverband richtete im Rahmen der Kampagne "Soziale Manieren für eine bessere Gesellschaft" 2009 ein Webblog ein. Betroffene und Helfer berichten. Sie erhalten Rückmeldungen und Kommentare. Ein Dialog entsteht – gelebte Teilhabe im Netz. Der Blog nimmt die Fragen auf:
Dokumentation:
- Präsentation: Neue Möglichkeiten der Teilhabe durch Social Media am Beispiel des Caritas-Blogs Mitten am Rand
- Link: Weblog Mitten am Rand
- Link: Caritas-Webfamilie
Referentinnen und Referenten:
- Marc Boos , Online-Redakteur beim Deutschen Caritasverband
- Thorsten Bathe, Streetworker aus Köln und Autor bei Mitten am Rand
- Rainer S., Ex-Junkie und Autor im Weblog Mitten am Rand
Moderation:
- Barbara Fank-Landkammer, Leiterin des Referates Öffentlichkeitsarbeit und Fundraising, DCV
Workshop 3.3 Mitarbeitende in der Pflege – Teilhabe aus der Sicht von Bildungsprozessen?
Was es mit dem Kompetenzbegriff auf sich hat und welche möglichen Konsequenzen im Zusammenhang mit der Qualifizierung von Mitarbeitenden in der Pflege daraus entstehen könnten, soll im Workshop vorgestellt, diskutiert und festgehalten werden. Unter anderem werden mit den Kompetenzen die Gedanken des Europäischen und des Deutschen Qualifikationsrahmens aufgegriffen.
Nach einem Impulsvortrag von Frau Professorin Gertrud Hundenborn besteht die Möglichkeit, entsprechende Leitfragen in Arbeitsgruppen zu diskutieren. Abschließend werden Ergebnisse vorgestellt und mögliche Konsequenzen für verschiedene Bereiche formuliert.
Dokumentation:
- Beitrag: Mitarbeitende in der Pflege - Teilhabe aus der Sicht von Bildungsprozessen (Vortrag Prof. Hundenborn)
- Zusammenfassung der Ergebnisse des Workshops
Referentin:
- Gertrud Hundenborn , Professorin am Deutschen Institut für angewandte Pflegeforschung e.V. (dip) Köln
Moderation:
- Stefan Herceg, DCV
Workshop 3.4 Familien helfen Familien – ehrenamtliches Engagement in Bad Arolsen
Ressourcenarme Familien und Familien mit Migrationshintergrund sind häufig mit der Erziehung ihrer Kinder überfordert, staatliche Hilfsangebote sind kaum oder gar nicht vorhanden. Im Projekt "Familien helfen Familien" engagieren sich ehrenamtliche Helfer in fünf Bereichen, um Familien zu unterstützen und zu stärken:
- Babysittervermittlung
- Sprachpatenschaften
- Sprachcamp in den Ferien
- PIA (Paten in Aktion): frühe Hilfe für Familien mit Neugeborenen
- Stärkung der Erziehungskompetenz
In dem Workshop stellen die beiden Referentinnen das ehrenamtliche Projekt "Familien helfen Familien" vor. Ihre Erfahrungen und Einschätzungen
zu den Stärken und Schwächen des Projekts werden in die Projektpräsentation mit einfließen.
Die Teilnehmenden des Workshops sind eingeladen, Fragen zu stellen und mit den Referentinnen ins Gespräch zu kommen.
Dokumentation:
Referentinnen:
- Barbara Handerer , systemische Familientherapeutin (DGSF), stellvertretende Bundesvorsitzende der CKD
- Andrea Pilapl , Vorsitzende der CKD, Bad Arolsen
Moderation:
- Sabine Fähndrich, DCV
Workshop 4.1 Sozialstaat Deutschland – ein Biotop für Tafelläden?
Wie Pilze schießen sie aus dem Boden: Tafelläden, Suppenküchen, Kleiderkammern oder Sozialkaufhäuser. Die Armut wird öffentlich sichtbarer und damit auch die bürgerschaftliche Bereitschaft, unmittelbar etwas für die Armen zu tun: Doch schon wird Kritik laut:
- Entsorgt die Wohlstandsgesellschaft ihre Abfälle und abgelaufenen Waren an die Armen?
- Wird die Situation der Armen nicht durch die Tafelläden noch zementiert?
- Wird ihnen nicht auch Selbstsorge und Selbstverantwortung damit abgenommen?
- Wie könnten Hilfen aussehen, die Arme nicht nur "abfüttern", sondern Hilfestellung geben, das Leben wieder selbst in die Hand zu nehmen?
Im Workshop werden die Erfahrungen eines konkreten CARIsatt-Ladens in Berlin-Neukölln präsentiert. Mit Vertretern anderer Positionen wird eine kontroverse Debatte über die Frage geführt, wie sich die Caritas in diesem Feld positionieren soll.
Dokumentation:
- Präsentation: CARIsatt Neukölln - der etwas andere Laden
- Eckpunkte des DCV zur Beteiligung an existenzunterstützenden Dienstleistungen in form von Lebensmittelläden (2008)
Referenten und Gesprächspartner:
- Rolf Göpel , CARIsatt Berlin-Neukölln
- Reinhold Pevestorf , Mitglied des Bundesvorstandes Deutsche Tafel e.V.
- Andreas Sellner , DiCV Köln
Moderation:
- Markus Günter; Referatsleiter Familie und Generationen, DCV
Workshop 4.2 Teilhabe durch Engagement
In den unterschiedlichen gesellschaftlichen Bereichen gibt es mannigfaltige Möglichkeiten, sich ehrenamtlich zu engagieren. Ebenso vielfältig sind die Engagierten selbst: Menschen mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen engagieren sich genauso wie Migrantinne und Migranten oder Arbeitslose. Bürgerschaftliches Engagement gibt den Engagierten vieles zurück – nicht zuletzt eine stärkere Teilhabe am Leben in unserer Gesellschaft.
Die verbandliche Caritas mit ihren Diensten und Einrichtungen sieht Menschen am Rande noch immer eher als Empfänger von sozialen
Dienstleistungen denn als bürgerschaftlich engagierte Akteure. Wie kann dies geändert werden?
In dem Projekt "Funambulus" des Freiwilligen-Zentrums Mönchengladbach werden Menschen mit psychischer Erkrankung über ein
freiwilliges Engagement informiert, beraten und in für sie geeignete Engagementfelder vermittelt. Dieses Engagement bringt unterschiedlichste Wirkungen mit sich: das Engagement fördert die gesellschaftliche Teilhabe und den Genesungsprozess, Kostenträger erfahren Entlastungseffekte.
Im Workshop wird das Projekt vorgestellt sowie Wirkungen und Nebenwirkungen diskutiert.
Dokumentation:
- Präsentation: Das Projekt Funambulus
Referent:
- Aloys Bushuven , Fachbereichsleiter Soziale Dienste, Caritasverband für die Region Mönchengladbach-Rheydt e. V.
Moderation:
- Michael Bergmann, DCV
Workshop 4.3 Selbstkontrolle und Frühintervention in der Suchthilfe – SKOLL Bundesmodellprojekt 2009 - 2011
Das SKOLL-Selbstkontrolltraining ist ein manualgestütztes Instrumentarium, das im Rahmen der Frühintervention bei Suchtmittelkonsum bzw. verhaltensbezogenem Problemverhalten zum Einsatz gelangt. SKOLL fördert das Risikobewusstsein. Die Verantwortung für das eigene Verhalten und die eigene Gesundheit wird gestärkt. Ziel von SKOLL ist es, die Betroffenen selbst zu Experten ihres Konsumverhaltens zu machen.
SKOLL wurde vom Caritasverband für die Diözese Osnabrück e.V. entwickelt und wird nun an 23 Standorten bundesweit eingesetzt.
Die Evaluation und wissenschaftliche Begleitung wird über das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf sichergestellt.
Im Workshop wird das Projekt vorgestellt und beleuchtet.
Dokumentation: SKOLL
Referentin:
Sabine Bösing, SKOLL Bundesmodellkoordinatorin
Moderation:
Stefan Bürkle, DCV